Berlin, 02.06.2015:

In den letzten Wochen ist sowohl in den Medien als auch in der Universität die Diskussion über den von Studenten eingerichteten anonymen Internetblog „Münkler-Watch“ zur der Vorlesung “Politische Theorie und Ideengeschichte” von Prof. Dr. Herfried Münkler weiter entbrannt. In diesem werfen die Blogger Professor Münkler sexistische, militaristische und rassistische Äußerungen und Meinungen vor und bemängeln, dass sie ihre Kritik aus Angst vor Repressalien seitens des Lehrstuhles nicht öffentlich vertreten können. Aus diesem Grund wird auch ein offener Dialog mit der Lehrkraft explizit abgelehnt.

Selbstverständlich vertritt auch der RCDS die Meinung, dass die kritische Auseinandersetzung mit dem Vorlesungsstoff ohne Angst vor eventuellen Folgen möglich sein sollte und dass die Hinterfragung und Diskussion von Inhalten jederzeit zu begrüßen ist. Grundlage jeglicher Form der kritischen Würdigung der Lehre im Studium muss jedoch in jedem Falle die sachliche Diskussion sein, die auf der Basis von Akzeptanz und Toleranz anderer Ansichten und Meinungen und auf dem respektvollen Umgang mit dem Gegenüber beruhen muss.

Daher kritisieren wir ganz klar das Vorgehen der Personen hinter dem Blog „Münkler-Watch“, die auf der einen Seite mit ihrer Kritik den Anschein erwecken, eine Debatte anstoßen zu wollen, letztlich aber auf der anderen Seite durch ihre Anonymität jede wirkliche Diskussion über ihre inhaltlichen Kritikpunkte verhindern. Die derzeitige Situation, die durch die mediale Berichterstattung und gegenseitige Anschuldigungen und Schuldzuweisungen weiter angeheizt wird, erzeugt dabei ein Klima der Anspannung zwischen Lehrstuhl und Studenten und stellt in dieser Form für beide Seiten eine unerträgliche Situation dar. Die fortlaufende ständige anonyme Beobachtung des Lehrstuhls durch die Studenten hinter „Münkler-Watch“ und die Ablehnung des mehrfach vorgeschlagenen offenen Dialogs trägt immer weiter dazu bei, das Misstrauen zwischen Lehrkraft und Studenten zu vergrößern und die Basis einer erfolgreichen Vorlesung und Lehre zu untergraben.

Wir unterstützen daher mit Nachdruck die Forderung, dass sich die Gruppe der Studenten hinter „Münkler-Watch“ endlich zu erkennen gibt, um so den Weg einer respektvollen Debatte über ihre Kritikpunkte zu eröffnen und das angespannte Klima zwischen beiden Seiten in einen vernünftigen Rahmen zurückzuführen. Weiterhin regen wir beide Seiten an, schnellstens einem neutralen Treffen zuzustimmen, in dem in respektvoller Art und Weise beide Parteien ihre Meinungen erläutern können und in einem sachlichen Dialog über die Probleme diskutieren können. Nur so kann die angespannte Atmosphäre aufgelöst werden und für beide Seiten eine Lösung gefunden werden, die letztlich im Interesse aller Studentinnen und Studenten ist.

 

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